Interview

Elegante Algorithmen

Susanne Albers erhielt einen ERC-Advanced-Grant

7.9.2016 | Prof. Susanne Albers, Lehrstuhl für Theoretische Informatik an der Technischen Universität München, über eigene Ansprüche, Performanz und die Endlichkeit der Zeit.
Susanne Albers hat wissenschaftliche Karriere gemacht, dank einer "Mischung aus Talent und harter Arbeit", wie es in dem schönen Text* von Sabine Behrends über die Forscherin heißt, aber nicht, weil sie schon immer gewusst hätte, wie ihr beruflicher Weg auszusehen hätte. Frau Albers selbst beschreibt das Ergebnis eher als Mosaik aus vielen Faktoren. Sie weist auch auf positive Weichenstellung durch fordernde Lehrer/innen hin und erwähnt ihren Doktorvater, der seine Mitarbeiter/innen unabhängig vom Geschlecht unterstützte.
Das sollte jungen Forscher/innen Mut machen: Die entscheidende Faszination für das eigene Gebiet muss keine schon immer vorhandene 'Berufung' sein, und lebenslange Arbeit an und über bestimmte Phänomene kann etwas anderes als nur strategisches Erklimmen von Karrierestufen sein. Professorin Albers erhielt bereits 2008 den höchstdotierten deutschen Forschungspreis, den Leibniz-Preis, nun wird ihre Arbeit mit einem ERC-Advanced-Grant unterstützt.

Prof. Susanne Albers
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Prof. Susanne Albers
AcademiaNet: Sie arbeiten an der Entwicklung effizienter Algorithmen – wie würde das Ergebnis aussehen, mit dem Sie zufrieden wären?

Professorin Susanne Albers: Eigentlich bin ich mit einem neuen Forschungsergebnis, wenn ich es aufgeschrieben habe, immer ganz glücklich. Natürlich kann man in der Forschung, wie auch im täglichen Leben, fast alles verbessern. Ideal ist somit ein eleganter Algorithmus, der nachweislich die beste mögliche Performanz erzielt.


Da es für Ihre Forschung keiner teuren Instrumente oder Versuchsaufbauten bedarf: wie werden Sie das Preisgeld für den ERC-Grant einsetzen?

Die Forschungsgelder werden in Personal, das heißt Doktoranden und Postdoktoranden investiert. Des Weiteren haben wir Mittel für Forschungsreisen, Konferenzen und um wissenschaftliche Gäste einzuladen. Nicht zuletzt stehen Mittel für Open-Access-Publikationen zur Verfügung.

Sie sind eine der führenden Wissenschaftler/innen auf Ihrem Gebiet. Wie halten sich Druck und Ansporn die Waage?

Nach nunmehr mehr fast 25 Jahren in der Forschung ist es eigentlich nur noch der Druck, den man sich selbst setzt. Anspruch ist, den eigenen Erwartungen zu genügen.

Welche Frage wird Ihnen im Zusammenhang mit Ihrer Forschung am häufigsten gestellt?

Da meine Arbeiten in der Grundlagenforschung und somit eher theoretisch angelegt sind, kommt oft die Frage nach der praktischen Anwendbarkeit. Wie wird das entsprechende Problem in der Praxis gelöst?

Welche Frage würden Sie sich selbst stellen?

Wie kommt es, dass die Zeit scheinbar immer schneller vergeht und Lebenszeit/Arbeitszeit die kostbarste Ressource wird?

Herzlichen Dank, Frau Prof. Albers, dass Sie sich die Zeit für unsere Fragen genommen haben!

Stephanie Hanel

*Sabine Behrends: Knobeln auf hohem Niveau, Beitrag in "Frauen die forschen", Collection Rolf Heyne, München

  (© AcademiaNet)

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